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ohhh, wer winkt mir denn da zu …? Hoch über den Dächern von Haidhausen .. #Glück #Kaminkehrer


Das kann doch nur Glück bringen oder?

Hoch über den Dächern von Haidhausen

Ein Glücksbringer der auch noch zuwinkt … ^^ (Siehe Video)

 

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und hier winkt er mir sogar zu 🙂

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„Muschelschloss … unglaublich schnell, gut informiert..“


 Das liest man doch gerne über sich:

Beim BJV nachzulesen: Seite 20 und 21 – BJV – Bayerischer Journalistenverband – Februar 2016

Am 24.02.2016 im Journal des Bayerischen Journalistenverbandes (Gewerkschaft und Berufsverband der Journalisten aller Medien) (@BJVde)

BJV_report_1_16_de-page-020Helmut Reister auf Facebook

BJV_report_1_16_de-page-021

pdf – Seite 20  http://www.bjv.de/sites/default/files/bjv_report_1_16_de-web.pdf 

http://www.bjv.de/sites/default/files/megazine3/BJV_report_1_16/index.html#/20

http://www.bjv.de/sites/default/files/megazine3/BJV_report_1_16/BJV/report_1_16/BJV_report_1_16_de.pdf

Nun überrascht mich auch das nicht mehr wirklich.

Der  Chef von Reuters Deutschland  folgt mir seit Anfang 2016:

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Wer ich bin?  https://muschelschloss.wordpress.com/20140722nixe-dossier/

#Majd – Plan November 2015


Majd – Plan November 2015

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Erstmal muss der Umzug von Pfaffenhofen nach München über die Bühne gehen. Dazu musste ein Vorvertrag beim Jobcenter in Pfaffenhofen vorgelegt werden. Majd bekommt eine Bescheinigung. Diese Bescheinigung muss im Jobcenter München vorgelegt werden und die genehmigen den Umzug bzw. das Zimmer.

Vorher muss Majd noch einige Dinge in Pfaffenhofen abklären und Unterlagen beschaffen (Arztbericht, Unfallbericht wegen Unfall beim Fussballverein, Bescheinigung vom Jobcenter wegen Umzug nach München).

Neues Bankkonto braucht er in München.

Es muss für das Jobcenter München ein völlig neuer Antrag auf “Arbeitslosengeld II” gestellt werden – 20 (!!) Seiten müssen ausgefüllt werden – und das bei einem Flüchtling, der nichts hat.

Unglaublich diese Bürokratie! Genauso ist Deutschland überfordert. Das muss anders gestaltet werden. Es muss einfacher werden. Wie soll denn ein Flüchtling einen Antrag mit 20 Seiten ausfüllen? – Der, der noch nicht einmal richtig deutsch spricht.

Und das gibts auch noch:

Als ich letztens z.B. in der Telefonzentrale der Landeshauptstadt München angerufen habe und ich nach einer Durchwahl fragte, an die ich mich wenden kann, wenn man Fragen zu “Flüchtlinge” hat, bekam ich eine absolut pampige Antwort. Mein Gesprächsparnter fauchte mich an was ich denn überhaupt will und daß ich nciht die Betreuer von dem Flüchtling sei und mich das alles überhaupt nichts angeht. Warum werden Privatpersonen, die sich um diese jungen Menschen kümmern, nicht einfach unterstützt? Es wäre sehr viel einfacher. Und mehr Bürger würden sich engagieren.

Ich finde es beschämend, daß in unserem bürokratischen Apparat es scheinbar nicht gewollt und gewünscht ist, daß sich eine “normale Privatperson” einbringt und einem jungen Flüchtling, der alleine in Deutschland ist, hilft. Man kann nur mit dem Kopf schütteln.

Es ist nicht einfach, sich durchzuwuseln in dem Geflecht der Bürokratie.
Aber ich „beisse“ mich schon durch 😉

Es gibt viel zu tun. Packen wir es an. Wir schaffen das! 🙂

In diesem Sinne. Ich werde weiter berichten. Fortsetzung folgt.

Weitere Beiträge über Majd

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Facebook (Muschelschloss – Gitta Wagner)

Ein paar Worte in eigener Sache

Ich habe diese Blogeinträge über Majd gemacht, damit ich ihm besser helfen kann mit allem. Ausserdem benötige ich immer wieder die Hilfe vom Netz, von meinen Followern auf Twitter und auf Facebook. Alleine könnte ich das gar nicht schaffen. Und andere, die sich ebenfalls um einen Flüchtling kümmern, können mitlesen, sich auch Tipps holen. Ich werde weiterhin hier im Blog über Majd berichten – über die Behördengänge, Schwierigkeiten mit Behörden, über Hürden, über Schönes und Wissenswertes. Und sicher werde ich auch wieder Hilferufe auf Twitter und Facebook starten. Danke schon jetzt für Eure Hilfe!

#Maid – Das Kennenlernen


Majd – Das Kennenlernen

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Copyright @Muschelschloss

Majd schrieb mich vor ein paar Wochen auf Facebook an und fragte mich, ob ich ein Zimmer in München wüsste, ob ich ihm helfen kann. Gefunden hatte er mich über die Facebook-Gruppe “Hilfe für Flüchtlinge in München”. (Dort tummle ich mich und stelle immer wieder mal Beiträge zum Thema Flüchtlinge ein.).

Seitdem schreiben wir uns die Finger wund. Mir gefällt seine ruhige, angenehme Art. Majd ist 20 Jahre alt, in Damaskus (Syrien) aufgewachsen ..

Ich habe mir vorgenommen ihm zu helfen, mit meinem Wissen, mit meiner Lebenserfahrung. Und ich bin für ihn da, wenn er mich braucht. Mehr kann ich nicht bieten. Ich bin nicht reich, muss sehen, daß ich über die Runden komme. Aber ich habe viel Herz. Und das ist viel wichtiger. Ich habe den Jungen an die Hand genommen und werde ihn auf seinem Weg begleiten und unterstützen – solange ich kann und er es möchte.

Sein deutsch wird von Woche zu Woche besser. Ich spüre das, wenn wir schreiben. Er wird sicherer. Er ist immer freundlich und höflich. Und er ist sehr zuverlässig. Die Vertrauensbasis stimmt zwischen uns beiden – es passt!

Das Sprechen auf deutsch ist momentan noch ein kleines Problem. Die Hemmschwelle muss noch überwunden werden und das Selbstvertrauen steigen. Er kann nämlich ganz gut deutsch. Mein Bauchgefühl sagt mir, daß hier gerade eine Verbindung fürs Leben entsteht. 🙂

Schön auch, wenn er mir z.B. mitteilt, daß er momentan mit seiner Mutter in Saudi Arabien schreibt und er ihr von mir erzählt. Ich bitte ihn dann seiner Mutter liebe Grüße auszurichten, daß sie sich keine Sorgen machen muss, daß er gut aufgehoben ist in München und daß ich mich um ihn kümmere, sie sich keine Sorgen machen muss.

Majd zu Besuch bei mir am 20. Oktober 2015

Und natürlich wollten wir uns auch möglichst bald persönlich kennenlernen. Axel fuhr mit Majd mit dem Zug von Pfaffenhofen zu mir nach München. Axel, vormals Manager bei Leica, nun Rentner, kümmert sich als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer  rührend um 10 Jungs in dieser Sammelunterkunft. Alle Jungs sind im gleichen Alter. Er erzählte mir wie erbärmlich die Situation dort ist. Diese jungen Flüchtlinge sind hilflos ohne Deutsch-Kenntnisse. Gut, daß es ehrenamtliche Helfer gibt. Ohne sie ginge es nicht.  Er ist für die jungen Menschen da, hört zu, hilft den Jungs wo er kann. Geht mit zu Behörden. Eine tolle Arbeit, die er da leistet. Er und Majd sind Freunde geworden. Und Axel hält große Stücke auf Majd. Und umgekehrt ist es genauso. Und das glaube ich den beiden 🙂

Natürlich freute ich mich auf den Besuch der beiden und habe gekocht. Den Bub muss man doch an die Bayerische Küche heranführen. Er kennt sie ja nicht ^^. Also habe ich eine frische bayerische Ente gebraten. Dazu gabs Kartoffelknödel und Salat.
Der Tisch war gedeckt und ich war gespannt. Dann klingelte es und die beiden kamen die Treppe hoch. Majd wirkte etwas schüchtern. Verständlich.

Dann sah ich sein warmes Lächeln. Und ich sah an den Augen, daß er – vermutlich seit langem – das erste Mal wieder glücklich ist. Seine Augen strahlten und blitzten. Man sah es ihm förmlich an, wie sehr er sich freute, mich kennenzulernen. (Ich habe mich natürlich auch sehr gefreut!)

Die “Bayerische Ente mit Kartoffelknödel” schmeckte ihm und Axel. Und die Augen von Majd glänzten. Er war glücklich! Sehr.

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Und beim Abschied nahm mich Majd sogar in den Arm. Das Eis war gebrochen.  So muss es sein. Auch im realen Leben klappts also mit uns. Und das freut mich.
Es gibt viel zu besprechen, viel zu erklären, viel abzuklären – auch mit Behörden. Ich lese mich ein und frage mich durch und organisiere zusammen mit ihm.
Diese Woche steht der Umzug nach München an. Dann wird es etwas einfacher. Mir raucht momenten echt der Kopf.  Aber ich beisse mich da schon durch. Wenn nicht ich, wer sonst 😉
Wir schaffen das!
Alles! 🙂

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#Majd – Die Integration (inkl. Freestyle-Fussball)


Die Integration

Integration? Ja! Diese klappt schon ganz gut bisher 🙂

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Majd spricht schon recht nett deutsch. Er ist raus aus der Sammelunterkunft und wir haben ein Zimmer in München, Nähe Max-Weber-Platz gefunden. Noch diese Woche wird der Umzug stattfinden. Eine sehr nette ältere Dame (mit ganz viel Herz für Flüchtling !!)  nimmt Majd kostenlos bei sich auf. Das Zimmer bei Uli kann er bis ca. Januar/Februar 2016 nutzen. Uli sagte, dass der Bub jetzt erstmal  in München „wurzeln“ schlagen und Kontakte knüpfen soll und daß es wichtig ist, daß der Junge deutsch lernt und seinen Deutsch-Kurs auf der Volkshochschule durchziehen kann. Deshalb hilft sie ihm. Das Wunderbare daran ist, daß das Zimmer in Haidhausen ist. Es ist in meiner Gegen. So kann mich Majd jederzeit besuchen, ich kann da sein für ihn, wenn er mich braucht –  und ich kann ihn weiter “an die Hand” nehmen, „begleiten“. Alles ist nun etwas einfacher. Er freut sich sehr. Und ich mich auch für ihn.

ABER die Suche geht weiter:  Wir brauchen unbedingt ein Zimmer, eine kleine Wohnung oder ein Appartement auf Dauer (!) für Majd

Maid ist ein “Freestyle-Fussballer”. Und er spielte während seiner Zeit in Pfaffenhofen (Flüchtlingslager und Sammelunterkunft) bei einem türkischen Fussballverein. Leider hat er sich im September schwer bei einem Fussballspiel schwer am Knie verletzt. Die Bänder. Ein Gegner ist ihm ins Knie gesprungen. Das bedeutet fünf Monate Pause. Schiene tragen, Krankengymnastik, kein Fussball und auch kein Freestyle-Akrobatik.

Unfall

Am 27.10.2015 wurde ihm vom Arzt gesagt, daß er nicht operiert werden muss. Er muss aber weiterhin zur Krankengymnastik.

Man kann sich gut vorstellen wie sehr er sich über diese Nachricht gefreut hat. Ab Februar 2016 soll das Knie wieder ganz in Ordnung sein. Und er kann sich wieder seinem Lieblingshobby widmen.

Ein Künstler mit dem Ball – Freestyle-Fussball

Er liebt sein Hobby. Und er war zweiter im Freestyle-Football bei der Meisterschaft in Saudi Arabien. Das ist doch schon mal was oder? 😉 Und er möchte unbedingt bei der Deutschen Meisterschaft mitmachen. Ein paar Videos von ihm habe ich schon gesehen. Auch andere sind ganz verblüfft wie er mit dem Ball zaubert. Leider konnte er seine Freestyle-Fussball-Show noch nicht auf You Tube hochladen, weil sein Internet auf dem Handy so furchtbar schlecht ist (in der Sammelunterkunft, in der er bis Ende Oktober 2015 lebt. Am 31.10.2015 zieht er nach München um! Dann hat er gutes Internet ^^)

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Quelle: Donaukurier

 

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Quelle: ikvp-paf

 

Und er möchte unbedingt bei den Deutschen Meisterschaften im Freestyle-Fussball mitmachen – und natürlich gewinnen 🙂

Und letzte Woche hat sich ein sehr schöner Kontakt zu einem meiner Twitter-Follower entwickelt. Dieser hatte mich angeschrieben nachdem ich auf Twitter meinen Blogbetrag zur Zimmersuche für Majd eingestellt hatte. Er schrieb mir, daß er und seine Familie sehr aufgeschlossen sind gegenüber Flüchtlinge. Und daß er mit seiner Familie sprechen möchte, Majd gerne unterstützen möchte bei seiner Integration. Der Erstkontakt war sehr nett. Ein ausgesprochen sympathisches Telefonat. Wir haben sehr lange geplaudert und dann fragte er mich, ob Majd und ich eventuell Lust hätten, zu ihrem Wochenendsitz am Irschenberg (Bayern) zu kommen. Er und seine Familie möchten Majd und mich kennenlernen. Also fuhren wir am Sonntag, den 25.10.2015 mit dem Zug nach Miesbach. Dort wurden wir von ihm und einem Sohn abgeholt und wir fuhren zum Irschenberg.

Das Anwesen der Familie ist ein Traum. Es gibt viele Tiere dort, sie haben einen wunderschönen 100 Jahre alten Bauernhof umgebaut. Es gibt rundherum nur Natur, nichts eingezäunt, alles sehr ruhig, idylisch gelegen und sie haben 3 nette Kinder. Es war ein sehr schönes Willkommen für Majd und wir haben dort einen wunderschönen Nachmittag verbracht.

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Diese liebe Familie hat Majd angeboten, daß er das Wochenende immer oder so oft er mag dort verbringen kann, wenn er möchte. Treffpunkt wäre jeden Freitag an einer S-Bahnstation in München. Er muss nur Bescheid geben. Sie würden ihn dann abholen und mitnehmen. Ein eigenes Zimmer und Bad stehen für Majd ebenfalls zur Verfügung. Ein schönes, ruhiges Zimmer. Er könnte in Ruhe lernen und sich fallen lassen in der schönen Umgebung. Die volle Integration wäre auch gegeben und er kann sich mit seinem Freestyle-Fussball, Skifahren, Schwimmen, Mountainbike und vielem mehr, in dieser herrlichen Natur auspowern.

Majd wird dort als Gast aufgenommen, ist zusätzliches “Familienmitglied” und was besonders wichtig ist – er wird sehr, sehr schnell deutsch lernen und auch sprechen. Besser kann es doch gar nicht gehen. Und auch mir wurde angeboten Wochenenden dort zu verbringen.

Ich habe mich sehr gefreut. Und Majd strahlte als wir mit der S-Bahn wieder zurück nach München gefahren sind.

Es gibt schon wirklich sehr nette Menschen. Besonders schön für mich ist aber schon auch, daß ich immer wieder feststellen darf, welche tollen Menschen mir auf Twitter folgen und sie lesen mich sogar! ^^ Das freut mich sehr! 🙂

Und gestern erhielt ich einen Anruf von „Flüchtlinge Willkommen„. Majd hatte sich dort (unter dem Punkt: „You are Refugee“) vor ein paar Monaten online angemeldet. Eine Rechtsanwältin meldete sich gestern telefonisch bei mir. Majd hatte sie an mich verwiesen. Diese Rechtsanwältin erzählte mir, daß „Flüchtlinge Willkommen“ (auf Twitter: https://twitter.com/FlchtlngWllkmmn) von einer Familie in München-Englschalking ein kostenloses Zimmer (auf Dauer) für einen Flüchtling angeboten bekommen hat. Die Familie möchte Majd gerne kennenlernen und dann könnte er – wenn es passt – einziehen. Das Zimmer war Arbeitszimmer und muss noch etwas hergerichtet und gemalert werden. Und Majd könnte mithelfen 😉

Momentan überschlagen sich die Ereignisse. Es ist unglaublich was sich alles tut. Der Junge ist überglücklich. Er kann das alles gar nicht fassen. Besonders nett ist es, wie er sich bei mir bedankt, wie er darüber schreibt. Es ist so schön, es kommt soviel von ihm an mich zurück. Diese Dankbarkeit, das Strahlen in seinen Augen. Das ist es was zählt. Mehr braucht es nicht. Und dieser Junge weiß ganz genau was er für ein Glück hat und vor allem weiß er, daß das, was momentan alles passiert, nicht normal ist.

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#Majd – Die Flucht von Syrien nach Deutschland


#Majd – Die Flucht von Syrien nach Deutschland

MohamadCopyright by „Majd“

Die Flucht nach Deutschland

Das Haus seiner Eltern in Damaskus wurde von der syrischen Armee beschlagnahmt. Die Familie ist daraufhin nach Saudi Arabien geflüchtet. Majd hat einen Bruder, der bei den Eltern in Saudi Arabien lebt und sich um sie kümmert. Die beiden Schwestern und der andere Bruder sind verheiratet. Sie leben ebenfalls in Saudi Arabien.

Im September 2014 begann die Flucht von Majd aus Saudi Arabien. In Saudi Arabien ist die Famlie nicht anerkannt, sie sind geduldet, haben keine Arbeitserlaubnis und für das monatliche Visum müssen 50 Euro pro Person und Monat berappt werden. In Saudi Arabien gibt es immer noch die Todesstrafe, es wird ausgepeitscht, es gibt Folter.

Majd ist auf seiner Flucht alleine unterwegs gewesen. Er ist von Saudi Arabien in die Türkei geflogen. Auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland wurde aufgegriffen und zurück in die Türkei geschickt. Viele Stunden ist er über Berge gelaufen, hat in Wäldern geschlafen. Er versuchte es mehrmals, auch über Bulgarien. Bis Bulgarien hat er es nicht geschafft, wurde verhaftet und wieder in die Türkei zurückgebracht. Die türkische Sprache hat er nicht verstanden, gekannt hatte er auch niemand in der Türkei.

Dann fand er eine kleine Gruppe Syrer. Er war verzweifelt und ausgemergelt. Und nach Saudi Arabien konnte er nicht zurück. Also flog er nach Algerien. Von dort ging es nach Libyen. Dort wohnte er mit 60 Menschen in einem Haus. Für ihn war klar, daß er seine Flucht nur schaffen konnte, wenn er sich in ein Boot setzt und damit versucht nach übers Mittelmeer zu kommen. Nach 1 Monat im Haus mit 60 Menschen entschied er sich für diese sehr gefährliche Reise. Das war im November 2014. Es war kalt. Das Meer war kalt. Majd ist ein guter Schwimmer. Das gab ihm ein wenig Sicherheit. Heute meint er dazu: “Wäre das Boot untergegangen, wohin hätte ich schwimmen sollen im Meer? Welche Richtung?”

Am 16.11.2014 war es soweit. Mit 280 anderen Menschen ging es los. In einem 14-Meter-Boot übers Mittelmeer. In der Hoffnung, aufgegriffen zu werden und Italien zu erreichen – irgendwie. Es blieb nur diese Chance. Die Reise ist extrem gefährlich wie jeder weiß. Majd erzählte mir, daß viele Kinder im Boot waren, auch sehr kleine Kinder mit ihren Müttern. Für alle war klar: Entweder wir schaffen es oder wir werden alle ertrinken. 14 Stunden dauerte die Fahrt mit dem Boot. Majd hat 14 Stunden gebetet. Den 16.11.2014 kann er bis heute nicht vergessen – die Fahrt auf dem Meer, die vielen kleinen Kinder, das kalte Meer. Nach 14 Stunden wurden sie endlich von der italienischen Marine aufgegriffen und gerettet. Es dauerte noch 2 Tage bis sie in Lampedusa (Sizilien) ankamen. 5 Tage blieb er in Lampedusa.

Dann gings weiter nach Mailand. Und schliesslich mit dem Zug nach Deutschland. Deutschland erreichte er im Dezember 2014.

Er wurde in einem Flüchtlingslager in Pfaffenhofen aufgenommen. Er stellte einen Asylantrag und wurde im März 2015 als Flüchtling anerkannt. Er hat nun einen sogenannten “Blauen Deutschen Pass” und einen “Aufenthaltsstatus” (für 3 Jahre). Danach muss eine Verlängerung des Aufenhaltstatus bei der Ausländerbehörde beantragt werden.

Seit März 2015 lebte er in einer Sammelunterkunft mit 10 anderen jungen Flüchtlingen. Eine 3-Zimmer-Wohnung, 3 bis 4 junge Männer in einem Zimmer.

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#Majd – Günstiges Zimmer und Jobcenter


Fortsetzung von  Majd sucht ein günstiges Zimmer  (gerne auch in einer netten Studenten-WG)“

Günstiges (WG)-Zimmer und Jobcenter

(Zimmer für Majd ist gefunden)

 

Das Jobcenter bezahlt für eine Wohnung oder  (WG) Zimmer bis zu einer gewissen Höchstgrenze. Diese Höchstgrenze richtet sich nach dem Mietspiegel einer Stadt.
Das ist schön und gut – aber Majd ist nicht der Typ, der auf das Jobcenter angewiesen sein möchte und dem Deutschen Staat auf der Tasche liegen will. Er will etwas erreichen. Er möchte lernen, er hat Ziele. Er möchte ein Praktikum  machen. Er möchte weiterstudieren. Er möchte als Werkstudent in einer Firma arbeiten. Er hat Abitur und in Damaskus angefangen Mediengestaltung zu studieren.
Knackpunkt: Er kann nur selbständig werden und studieren, wenn er unabhängig ist vom Jobcenter. Jeder weiß, wieviele in „Hartz IV“ stecken bleiben und nie wieder aus diesem System rauskommen. Kaum jemand schafft es. Und wenn, dann landet man in geringwertiger Arbeit.
Mit Arbeitslosengeld II (Hartz IV) ist man nicht “frei” und kann auch nicht studieren. Er will aber studieren. Und deshalb muss er zusehen, daß er für sich selbst sorgen kann. Und das braucht die Anstrenung von allen – von der Deutschen Bevölkerung. Nur wenn die jungen Flüchtlinge eine Möglichkeit haben, sich weiter zu entwickeln, sich zu integrieren, zu lernen und gefördert werden, haben sie jungen Menschen eine Chance. Und Deutschland hat die Chance überhaupt aus der Flüchtlingskrise mehr als gestärkt hervorzugehen.
Deshalb bitte ich Euch: Gebt diesen Menschen Unterstützung. Helft mit! Nehmt sie an die Hand, integriert und unterstützt sie.
Nur so kann es gelingen!
Danke!

 

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