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#Majd „Ich habe dann einfach zu Hause #Freestyle trainiert“ #Fussball #München #Syrien


Wie in Syrien Fussball gespielt wurde …

„Ich habe dann einfach zu Hause Freestyle trainiert“

Süddeutsche Zeitung berichtet über Majd

(mit Video von seiner tollen Fussballkunst)

 Majd Nasri kommt aus der syrischen Hauptstadt Damaskus. Sport hat dort einen Großteil seines Lebens ausgemacht. Inzwischen lebt der 21-Jährige in München. Er hatte sich beim Fußballspielen in Pfaffenhofen das Kreuzband gerissen. Im Moment hofft er auf eine schnelle Genesung, damit er wieder seine neue Lieblingssportart trainieren kann. Das Gespräch wurde vor mehreren Wochen geführt.

Video Majd

Hier das  Video – Majd und sein „Fussball-Freestyle“

oder http://sz.de/1.2979183

Bitte hier weiterlesen: http://www.sueddeutsche.de/leben/syrischer-alltag-sport-ich-habe-dann-einfach-zuhause-freestyle-trainiert-1.2977458

http://rivva.de/271901854

 

 

https://twitter.com/SZ_TopNews/status/727507350727331841

https://twitter.com/SZ/status/727507349838172160

 

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Zweiter Jobcenter-Besuch, Jugendmigrationsdienst und wie es für #Majd weiter geht. #Flüchtlinge #München


Fortsetzung Jobcenter München – „Anerkannte Flüchtlinge: Prozedere mit Jobcenter“

 

Zweiter Termin beim Jobcenter München

„Anerkannte Flüchtlinge – Prozedere mit Jobcenter“

 

Vorweg: Wieder bei der Sachbearbeiterin im Jobcenter München gewesen, die letztes Mal recht barsch und pampig war. Dieses Mal war das Gespräch wesentlich besser. Es war sachlich, der Informationsgehalt war gut und die Dame war auf jeden Fall sehr viel freundlicher wie das letzte Mal. Einige Unterlagen werden für das Jobcenter noch benötigt (es sind aber Kleinigkeiten, die gut beigebracht werden können). Diese Unterlagen werden wir nächste Woche nachreichen.

Gleich danach war ein längerer Termin bei einem weiteren Sachbearbeiter. Ein allgemeiner Beratungstermin bei dem es hauptsächlich um Sprache, Bildung, Integration und BAMF und um die Ziele für Majd ging. Mein Schützling wird nun bei einem „Jungendmigrationsdienst“ angemeldet und wird hierfür in den nächsten Tagen eine Einladung bekommen.

Welche Arbeit macht der „Jungendmigrationsdienst“

Integrationsförderplanung mit dem Verfahren des Case Managements in den Jugendmigrationsdiensten
JMD_Rahmenkonzept_Nr1_IntegrFoerderPlan_Final-page-001

JMD_Rahmenkonzept_Nr1_IntegrFoerderPlan_Final-page-002

JMD_Rahmenkonzept_Nr1_IntegrFoerderPlan_Final-page-003JMD_Rahmenkonzept_Nr1_IntegrFoerderPlan_Final-page-004

http://78.46.45.52/userfiles/File/JMD_Rahmenkonzept_Nr1_IntegrFoerderPlan_Final.pdf

Ergebnisse von heute:

Uns wurde angeraten, daß wir den von Majd selbst bezahlten Deutsch-Kurs bei der Volkshochschule stornieren sollen.

  1. Bekommt Majd mit dem sogenannten „München Pass“ bei der Volkshochschule München 50 Prozent Rabatt. Den „München Pass“ bekommt er beim nächsten Besuch vom Jobcenter ausgestellt. 1 Passbild ist erforderlich, das wir nächstes Mal mitbringen.
  2. Der „Jugendmigrationsdienst“ wird prüfen für welchen „Deutsch-Kurs“ und für welche „Integrationskurse“ sowie „Orientierungskurs“ Majd geeignet ist – und dieser kümmert sich dann auch um die Antragstellung (z.B. beim „Bamf“). Ausserdem u.a. zuständig für „Antragstellung“, z.B. für Fahrtkostenerstattung, wenn man Deutsch-Kurs besucht
  3. Der Integrationsdienst überprüft auch, ob das Abiturzeugnis von Majd in Deutschland Gültigkeit hat (das nennt sich „Anerkennungsverfahren für Abiturzeugnis“). Es könnte möglich sein, daß das Abiturzeugnis von Majd nicht die gleiche Wertstellung in Deutschland hat. Dies würde bedeuten, daß sein Abitur nur als „Mittlere Reife“ in Deutschland anerkannt wird. Wäre dem so, dann könnte das Abitur hier in Deutschland nachgeholt werden.
  4. Selbstverständlich ist es auch möglich den „Jugendinformationsdienst“ auszuklammern – dann muss man der Flüchtling diese Anträge selbst stellen. Wir haben uns für den Jugendinformationsdienst entschieden. Für mich erleichtert das die „Arbeit“ ungemein, ich müsste mich einlesen, mich genau informieren und mir die Kenntnisse aneignen. Ich bin froh, daß es diesen Dienst gibt – so hoffe ich, daß die Einiges übernehmen und viel Behördenkram, den ich für Majd bisher gemacht habe, für mich wegfällt. In jedem Fall sehe ich es als Entlastung an.
  5. Um eine „Ausbildung“ zu beginnen ist der Deutsch-Kurs mit Abschluss „B2“ erforderlich
  6. Für ein „Studium“ wird beim Deutsch-Kurs das Level „C1“  benötigt.
  7. Bei den Deutsch-Kursen (Integrationskurse) gibt es verschiedene Module und auch die Zeiten, wie lange diese Kurse dauern sind unterschiedlich. (Der eine lernt schneller, der andere langsamer). Es gibt Kurse, die dauern 3 Monate, es gibt aber auch Kurse, die 6 Monate und länger dauern (so habe ich es verstanden).

Alles in allem war es ein etwas verwirrendes aber dennoch sehr informatives Gespräch. Ich muss gestehen, daß ich positiv überrascht war.

Majd hat leider wenig verstanden. Der Sachbearbeiter hat sehr schnell gesprochen. Nach dem Termin habe Majd so gut ich konnte alles erklärt. Ich habe Majd auch erklärt, welche Nachteile/Vorteile es hat, wenn der Deutsch-Kurs (der von ihm selbst bezahlt wurde) nun storniert oder nicht storniert wird. Wir haben uns zusammengesetzt und über alles ausführlich gesprochen. Ich habe versucht die Knackpunkte zu erklären.

Termine für einen Flüchtling müssen ein Horror sein. Formulare, Gespräche … alles auf deutsch. Dolmetscher wird es wohl geben – aber klären die auch auf, welche Rechte ein Flüchtling hat? Ich weiß es nicht.

Meine Erkenntnis nach wie vor: Ein Flüchtling ohne Begleitung auf Ämter und Behörden ist verloren.

Anschliessend waren wir gleich noch in der Stadtbücherei München und haben Majd angemeldet. 10 Euro Gebühr für 1 Jahr (wenn man nachweisen kann, daß man beim Jobcenter angemeldet ist). Es gibt einen wunderbaren Online-Dienst bei der Stadtbücherei und auch einen internationalen Pool von Zeitungen und Zeitschriften, den man dann auch kostenlos nutzen kann.

Dann nach Hause und mit Majd das erste Mal den Bürokram am Nachmittag erledigt (Damit er den auch einmal sieht und mitbekommt. Das mit dem Bürokram, schreiben, ablegen … mit Einlesen, Nachfragen, Suchen, Telefonieren geht nun schon eine Weile. Und so ein junger Mensch muss schon auch erstmal begreifen, auf was es im „Bürokratie-Deutschland“ ankommt ^^).

Die nächsten Tage steht der Arzt-Besuch an. Das Knie von Majd macht mir ein bisschen Angst. Er hat sich bei einem Fussballspiel schwer am Knie verletzt. Ein Fussball-Gegner sprang ihm ins Knie. Der Notarzt brachte Majd in die Klinik. Dort musste er einige Tage bleiben.  Seither viel Krankengymnastik. Der Unfall passierte Anfang September – und sooo viel besser ist das Knie bisher noch nicht wirklich. Kaum, daß er Treppen steigen kann.

Also: Morgen Termin beim Orthopäden. Zweitmeinung schadet nicht und ab Donnerstag weiter Krankengymnastik. Dann Schadensmeldung ausfüllen … Versicherungskram.

Ein „Ende“ ist nicht in Sicht 😉

Und es ist wunderbar mit Majd … Ein sehr angenehmer, ruhiger Junge, mit vielen Fragen, viel Dankbarkeit – und besonders freue ich mich über sein Lächeln. Die Vertrauensbasis ist wunderschön. Man glaubt gar nicht wieviel man zurück bekommt, wenn man hilft .. Probiert es aus!

Majd stellt viele Fragen zum Leben in Deutschland. Vieles ist sicher schwer verständlich für ihn. Oft stellt sich auch mir die Frage, warum das oder jenes genau so ist in Deutschland. Der Junge fordert mich ganz schön. Der Spass bleibt nicht auf der Strecke. Wir lachen oft. Sehr! 🙂

Es kommen dann Fragen, wie z.B.: Was bedeutet „ziemlich“. (Majd: Ich fragte meine Deutsch-Lehrerin und die sagt, daß das Wort „ziemlich“ nicht wichtig ist). Und ich erkläre ihm dann, daß das Wort „ziemlich“, ziemlich wichtig sein kann. Umschreibe, erkläre. Eigentlich den ganzen Tag, wenn wir zusammen sind. So ein junger Mensch mit 20 Jahren hat viel zu lernen.

Termine und Treffpunkte auch so ein Thema. Treffpunkt „Ostbahnhof“ und Majd landet dann am „Ostfriedhof“. Nun … beides am Ende mit „hof“. Da kann es schon zu Missverständnisse kommen. Auch ich lerne. 😉

Ich bin am Abend oft völlig platt, ausgepowert und sehr müde – und falle ins Bett.
Trotzdem ist es sehr schön zu helfen. Ich mache es sehr gerne für ihn.

Was wäre wohl, wenn niemand helfen würde?

Update folgt. Sicher ^^

Anerkannte Flüchtlinge: Prozedere mit Jobcenter – Umzug aus Sammelunterkunft viel zu kompliziert – #München #RefugeesWelcome


Anerkannte Flüchtlinge – Das Jobcenter-Prozedere bei Umzug

Vorgeschichte (damit man versteht, um was es genau geht):

Mein Schützling kam im Dezember 2014 nach Deutschland. Erst wurde er in einem Flüchtlingslager aufgenommen, dann in einer Sammelunterkunft für junge Flüchtlinge (er ist 20 Jahre alt). Die Sammelunterkunft wurde bezahlt. Und er bekam 399 Euro/monatlich vom Jobcenter der Stadt.

Majd wurde im März 2015 als Flüchtling anerkannt, bekam einen „blauen Deutschen Pass“ und einen gültigen „Aufenthaltsstatus“ (für 3 Jahre). Mit diesem Status wurde er (mit einem Schreiben) dazu aufgefordert, daß er bis zum 30.06.2015 seine Sammelunterkunft verlassen muss. (Er lebte in einer 3-Zimmer-Wohnung mit 10 gleichalterigen jungen Flüchtlinge, zu Dritt in einem Zimmer). Seitdem war er auf Zimmer- bzw. Wohnungssuche. Sein Wunsch: München, weil er schnellstmöglich einen Deutsch-Kurs belegen will. Die „normalen“ Deutsch-Schulungen (mit Berechtigungsschein vom „BAMF“, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) dauern sehr lange (zwischen 6 und 15 Monate). Es gibt lange Wartelisten. Majd will schnell Deutsch lernen um sein Studium aufnehmen zu können. Er hat Abitur. Kosten für den VHS-Deutsch-Kurs 235 Euro, die er selbst bezahlt. (Angespart vom Geld des Jobcenters). Dieser Deutsch-Kurs dauert 2,5 Monate. Auch Folgekurse will er besuchen und selbst bezahlen. Er möchte schnellstmöglich„selbständig“ werden, vom Jobcenter unabhängig und auf eigenen Füssen stehen.

Nur mit einem sehr guten Deutsch ist eine Integration und eine berufliche Zukunft für diese jungen Flüchtlinge überhaupt möglich. Und uns, dem Steuerzahler werden dadurch enorme Kosten erspart. Deshalb ist es nötig, so gut es geht, zu helfen, damit diese jungen Menschen schnell in unser „System“ reinwachsen und die Kosten so gering wie möglich gehalten werden.

 

Aktueller Stand:

Zum 31.10.2015 habe ich für Majd ein kostenloses Zimmer in München gefunden. (Befristet bis Januar/Februar 2016).

 

Kontaktaufnahme mit Jobcenter (am akt. Wohnort und künftigen Wohnort) welche Unterlagen für einen anerkannten Flüchtling benötigt werden.

 

Kontaktaufnahme mit Jobcenter in München

Antwort vom Jobcenter München:
https://muschelschloss.wordpress.com/2015/10/22/infos-zimmer-und-umzug-in-eine-andere-stadt-was-ist-zu-tun-tipp-fluechtlinge-schuetzling/

Benötigte Unterlagen für das Jobcenter München:
Pass
Aufenthaltstitel
Bescheid vom Jobcenter (am Ort der Sammelunterkunft)
Kontoauszüge der letzten 3 Monate
Konten- und Finanzübersicht
Krankenversicherungskarte
Rentenversicherungsnummer
Noch nicht unterzeichneter Mietvertrag (Achtung: Mietobergrenze beachten!)

Formulare vom Jobcenter (München):

Erstantrag_Sicherung_Lebensunterhalt_Hauptteil

Anmeldebogen_Fallmanagement

Anlage_zur_Einkommens_und_Vermoegenserklaerung

Erfassungsbogen_Neuantraege_fuer_Leistungen_SGB_II

Telefonat mit Jobcenter am Ort der Sammelunterkunft.

Benötigt wird:

1) Vorvertrag für das Zimmer. Dieser darf nicht vom Mieter unterschrieben werden.
2) Diesen Vorvertrag beim Jobcenter (am Ort der Sammelunterkunft) vorlegen
3) Genehmigung für Umzug ausstellen lassen
4) Mit der Genehmigung und neuem Antrag „Leistungen zur Sicherung Lebensunterhalt“ zum Jobcenter in München gehen.

Vorvertrag so gemacht wie gewünscht. Majd zum Jobcenter (am Ort der Sammelunterkunft) gegangen). 40 Minuten zu Fuss mit schwerster Knieverletzung.

Auskunft vom Jobcenter (am Ort der Sammelunterkunft):
Keine Bestätigung/Genehmigung für Umzug notwendig, weil das Zimmer kostenlos ist.

Umzug am 30.10.2015 in das kostenlose (Übergangs-)Zimmer in München.

Am 01.11.2015 ein sehr günstiges Zimmer (150 Euro + 50 Euro Nebenkosten) angesehen. Mit Familie sofort geeinigt, Vorvertrag gemacht (Einzug ab 01.11.2015). Und Majd kann pendeln bis Krankengymnastik für Knie in Reha abgeschlossen ist (5 Minuten weg vom „kostenlosen“ Zimmer. Freude!)
Download Jobcenter-Anträge

Am 02.11.2015:
Anmeldung bei Meldebehörde
Neues Bankkonto eröffnet und Einzug des alten Bankkontos

Am 03.11.2015
Alle Jobcenter-Anträge komplett ausgefüllt (Mehr als 20 Seiten! – Bei einem Flüchtling, der nichts (!) hat)
Gewünschte Unterlagen beigefügt

 

Zur Info: Im Jobcenter (am Ort der Sammelunterkunft) liegt bereits ein komplett ausgefüllter Antrag vor. Dieser wurde vor Monaten genehmigt . Seither bekommt er 399 Euro monatlich (zur Sicherung des Lebensunterhaltes).

Trotzdem müssen wieder alle Anträge neu ausgefüllt werden. Es sind über 20 Seiten (!!).

Jobcenter sind nicht vernetzt? Über 20 Seiten ausfüllen, bei einem jungen Flüchtling, der NICHTS hat? Der, der mit einem kleinen Rucksack nach Deutschland gekommen ist. Wie soll ein (junger) Flüchtling diese Flut von Papier alleine bewältigen können? Warum nochmal neu ausfüllen? Warum wird die Arbeit bei Behörden doppelt und dreifach gemacht? Die Kosten bezahlt der Steuerzahler.

 

Problematik Jobcenter München

 

München

https://twitter.com/Muschelschloss/status/661901577964421120

 

Am 04.11.2015 beim Jobcenter „Info-Point“ vorgesprochen. Erklärt, daß Majd junger anerkannter Flüchtling ist, umgezogen ist und nun Leistungen vom Jobcenter benötigt. Info-Point wollte mich erst mal gar nicht verstehen.

Kein Ansprechpartner am „Info-Point“ für „Flüchtlinge“ bzw. Flüchtlingsfragen.
Anerkannter Flüchtling ist wie jeder andere „Hartz-IV-Empfänger“
Keinerlei Flyer oder Info was zu tun ist
Nummer ziehen und warten

Hier der Verlauf wie der erste Besuch im Jobcenter München mit meinem Schützling Majd abgelaufen ist.

Wir beide freundlich ins Zimmer der Sachbearbeiterin.
Kein „Guten Tag“ von der Sachbearbeiterin.
Keinen Platz angeboten bekommen.
Mein Schützling verschüchtert neben mir.
Wir setzen uns.
Ich versuche zu erklären um was es geht.
Sie interessiert es nicht. Sachbearbeiterin unterbricht mich mit den Worten „Pass und Aufenthaltstitel“.
Nächster Anlauf von mir um zu erklären.
Sie barsch, pampig und sehr unfreundlich. Unterbricht mich.
Teilt mit, daß Aufnahme für einen Flüchtling mindestens 1 Stunde dauert, danach noch ein „Beratungsgespräch“ bei einer anderen Stelle stattfindet. (Sie sprach so schnell, ohne Erklärung, daß ich ihren Ausführungen überhaupt nicht folgen konnte). Antrag kann sie heute nicht mehr entgegennehmen, weil es dafür heute zu spät sei. (Es war ca. 11:30 Uhr).
Auf meine Frage, warum der Antrag heute nicht mehr abgegeben werden kann – keine Antwort.
Sie fragte wo die Bescheinigung (Genehmigung vom anderen Jobcenter wegen Umzug) ist. Ausserdem wird auch ein Aufhebungsbescheid vom anderen Jobcenter benötigt.
Aufhebungsbescheid höre ich zum ersten Mal.
Ich versuche zu erklären , daß Majd am Samstag in kostenloses Übergangs-Zimmer gezogen ist, jetzt aber pendelt (zum Zimmer auf Dauer) – Er muss wegen seiner schweren Knieverletzung noch Wochen zur Krankgengymnastik. Deshalb auch immer Übernachtung im kostenlosen Zimmer (weil nah an Klinik)

Und, daß ein günstiges Zimmer auf Dauer doch super sei,  er so auch sehr schnell vom Jobcenter weg kommt und schnell selbständig werden kann.

Sie interessiert das alles nicht und pocht auf die Bestätigung vom anderen Jobcenter.
Ich erkläre, daß Majd vom anderen Jobcenter gesagt wurde (und auch mir am telefonisch so bestätigt wurde), daß Majd diese Bestätigung nicht benötigt, weil das Zimmer kostenlos ist. Und dass sich am Wochenende das Zimmer auf Dauer ergeben hat.

Sie wiederholt, daß sie die Bestätigung braucht.
Ich bitte darum, daß sie beim Jobcenter (am Ort der Sammelunterkunft) anrufen möge.

Bitte darum, daß sie sich die Bestätigungen per Email zusenden lässt. (Weil Majd eine sehr schwere Knieverletzung hat und momentan auch kein Geld hat, um nochmal mit dem Zug an den Ort der Sammelunterkunft zu fahren.)
Sie weigert sich und wird wieder pampig.

Ich sage ihr, daß sie bitte in einem vernünftigen und freundlichen Ton mit mir sprechen soll. Und daß ich lediglich eine Privatperson bin, die diesem jungen Mann ein wenig hilft bei  Behördengänge und Anträge, daß ich mich um ihn ein wenig kümmere und ich ihn an die Hand nehme.

Und ich frage sie, wie der Besuch hier bei ihr für meinen Schützling ablaufen würde, wenn er alleine vor ihr sitzen würde – ohne deutsch zu verstehen, ohne sie zu verstehen –  Ich mag es mir nicht vorstellen.

Aus dem Nebenraum (alle Türen offen, keinerlei Privatsphäre – alle anderen Sachbearbeiter des Jobcenters hören zu) höre ich eine männliche Stimme die zu der für uns zuständigen Sachbearbeiterin ruft „lass Dir das nicht gefallen!“.

Da platzt mir der Kragen und ich sage laut, daß mir dieser Ton hier sehr missfällt und daß man doch bitte, jemanden, der einen Flüchtling begleitet und hilft, etwas unterstützen sollte – weil, sonst all die Arbeit beim Jobcenter hängen bleibt. Und ich sage auch, daß ich mir das keineswegs gefallen lassen werde.

Was bildet sich diese Person überhaupt ein! Diese Dame wird vom Steuerzahler bezahlt. Sie ist „Dienstleister“. Wenn sie das nicht kann, soll sie sich einen anderen Job suchen. Dann ist sie fehl am Platz.

Es kommt eine andere Mitarbeiterin hinzu. Sie ist etwas freundlicher. Erklärt, daß Majd ohne diese Bestätigung (genehmigter Umzug und Aufhebungsbescheid) keine Leistungen vom Jobcenter München erhalten kann.
Ich wiederhole mich und bitte nochmal eindringlich beim anderen Jobcenter (Paffenhofen) anzurufen und die Bestätigungen dort beim Sachbearbeiter anzufordern.

München

https://twitter.com/Muschelschloss/status/661901577964421120

Keine Chance.
Ich gebe auf.

Wir geben auf.

Die „pampige“ Mitarbeiterin versucht sich fadenscheinig zu entschuldigen.
Ich sage Ihr, daß das alles so nicht funktionieren kann.

Immerhin, so erklärt sie uns, ist Majd nun schon im Computer aufgenommen. Wenn er wieder kommt, und die Bestätigungen mitbringt, dann bekommt er das Geld rückwirkend.

Wir gehen.

Zuhause rufe ich das andere Jobcenter an. Der Sachbearbeiter ist sehr freundlich und fragt, warum die Sachbearbeiterin vom Jobcenter München ihn nicht angerufen hat. Er hätte ihr die Bestätigungen sofort per Email geschickt.

Ich erzähle ihm, erkläre ihm – er sagt nur: „ich sage dazu jetzt mal nichts wie das das Jobcenter in München handhabt. Nur soviel: Wir kooperieren in den Landkreisen“

Ich bitte ihn, mir die beiden benötigten Bestätigungen zu senden.
2 Stunden später lagen mir diese per Email vor.

Nächste Woche geht’s erneut zum Jobcenter München.

Ich bin gespannt!

Tipp: Lesenswert „Jobcenter und SGB II“ http://www.harald-thome.de/sgb-ii—hinweise.html

 

Kritik und Problematik:

Jobcenter

https://twitter.com/Muschelschloss/status/662197542340440064

https://twitter.com/Muschelschloss/status/662223732669329409

https://twitter.com/Muschelschloss/status/662228461336023040

 

Meine Fragen an das „BAMF“ (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge):

Warum sind Jobcenter nicht vernetzt?
Warum muss für einen Flüchtling der von einer Sammelunterkunft in eine andere Stadt zieht, nochmal ein komplett neuer Antrag beim Jobcenter gestellt werden? Warum über 20 Seiten nochmal ausfüllen? Mit Einkommens- und Vermögensverhältnisse? Bei einem Flüchtling, der nichts hat!?

Jobcenter-Mitarbeiter und Behörden machen gleiche Arbeit doppelt und dreifach – nur weil sie nicht vernetzt sind?

UND: Auch ein Flüchtling hat Rechte. Was ich festgestellt habe: Das Jobcenter lässt Flüchtlinge eine sogenannte „Eingliederungsvereinbarung“ nach §15 SGB II unterschreiben. Obwohl ein Flüchtling kein deutsch versteht. Darin steht: „Diese Eingliederungsvereinbarung behält grundsätzlich solange Gültigkeit, solange Sie hilfebedürftig sind“. Mich interessiert, ob das überhaupt rechtens ist. Meines Erachtens unterschreibt ein Flüchtling erst mal alles, damit er hier bleiben darf und abgesichert ist. Es sind Dolmetscher im Jobcenter verfügbar, die bei einem Gespräch dabei sein können. Aber sind diese unabhängig? Arbeiten die für das Jobcenter oder für die Rechte des Flüchtlings? Wird ein Flüchtling rechtlich beraten, was er unterschreibt? Nein. Seltsam oder? Bin gespannt, wann hier von ersten Klagen zu lesen ist.

Ein Auszug aus einer Sammelkunft wird mit dem Prozedere des Jobcenters enorm erschwert. Und das, obwohl es kaum (günstige) Unterkünfte für Flüchtlinge gibt. Wenn ich Flüchtling wäre, dann würde ich in der Sammelunterkunft verbleiben, solange es geht. Dann haben eben andere Flüchtlinge Pech und können nicht „nachrücken“. Dann staut sich eben alles. Will das das „BAMF“?

Wenn das so läuft im Jobcenter, dann ist eine schnelle Integration nicht gegeben.

Oder sollen sich Flüchtlinge schon gleich mal an den „Kasernen-Ton“ der Jobcenter gewöhnen um dann ein Leben lang als „Looser“ abgestempelt zu werden und als „Billiglöhner“ enden?

Ich bin gespannt auf das „Beratungsgespräch“ im Jobcenter. Mein Schützling hat Abitur und will umgehend (nach seinen Deutsch-Kursen) sein Studium in München beginnen. Ich werde zuhören und werde hier im Blog weiter berichten.

Das Prozedere mit dem Jobcenter ist für einen Flüchtling, der alleine hingeht, nicht zu schaffen! Das muss alles vereinfacht werden.

Privatpersonen, die einen Flüchtling begleiten, sollten ein „Ehrenamt“ bekommen ohne sich irgendeinem „Verband“ anschliessen zu müssen.

 

(Klick) > Kompletter Gesprächsverlauf auf Twitter zwischen @Muschelschloss und @Bamf_Dialog (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)

Bamf

https://twitter.com/Muschelschloss/status/662634594689224704

 

Bamf

https://twitter.com/BAMF_Dialog/status/662584379429011456

https://twitter.com/BAMF_Dialog/status/662584379429011456

https://twitter.com/BAMF_Dialog/status/662618920701042688

https://twitter.com/Muschelschloss/status/662624109965221888

https://twitter.com/Muschelschloss/status/662626791991992320

Kompletter Gesprächsverlauf auf Twitter mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF): https://twitter.com/search?f=tweets&vertical=default&q=Muschelschloss%20Bamf_dialog%20-EhrkeHeideMarie%20since%3A2015-11-06&src=typd

„Laufliste“ für Umzug:

Zimmer ansehen und Vormietvertrag machen (2x)
Meldebehörde/Einwohnermeldeamt w. Anmeldung
Neues Bankkonto
Deutsch-Kurs anmelden
Anträge downloaden, ausdrucken, ausfüllen
Monatskarte für öffentliches Verkehrsmittel
Ausländeramt (im Pass- und Aufenthaltsstatus muss die Stadt geändert werden)
Bücherei

Nachsendeauftrag

Adressänderung bei Krankenkasse
Zusätzlich bei meinem Schützling (wegen Knieverletzung).
Unfallbericht von Klinik anfordern
Arzttermin vereinbaren
Termine für Krankengymnastik vereinbaren
Telefonate
Toner
Papier

Ausländerbehörde und in Aufenthaltsstatus und Pass die Stadt ändern lassen.

 

PS:
Ich bin eine normale Privatperson und habe kein „Ehrenamt“ – und ich trage alle Kosten selbst. Es fallen bisher an: Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr, Toner, Papier, Plastikhüllen, Telefonate (teilweise Festnetz zu Handy-Nummern. Es ist sehr viel abzuklären. Teilweise Treffpunkte irgendwo mit Majd. Dazu brauche ich mein Handy und muss über Internet erreichbar sein. Ich habe keine Flat für Internet).

Zwei Personen (die ältere liebe Dame, die Majd das kostenlose Zimmer zur Verfügung stellt und 1 Journalist) haben mich kontaktiert. Und sie haben mir ihre finanzielle Unterstützung angeboten.

Beide haben mir einen einmaligen Betrag zukommen lassen damit ich meine Auslagen einigermaßen decken kann. Ich habe nicht viel und muss selbst zusehen, daß ich über die Runden komme. Weder habe ich eine Monatskarte, noch habe ich einen günstigen Tarif für Handy-Telefonate.

Flüchtlinge und Ehrenamt. Muss ich mir jetzt einen Sponsor suchen?


Wo gibt es Informationen zum „Ehrenamt“ (in München)

Ich bin eine Privatperson, „begleite“ und betreue einen 20jährigen Flüchtling seit ein paar Wochen. Sein Name ist Majd.

Kennengelernt haben wir uns über die Facebook-Gruppe „Flüchtlinge helfen in München“ und ich mache das sehr, sehr gerne. Doch mittlerweile häufen sich Auslagen an, die ich auf Dauer nur schwer berappen kann. (Fahrkarten, Toner für Drucker, Briefmarken, Handy-Telefonate) und werde wohl weitere haben. Leider habe ich weder ein Auto, noch eine Monatskarte für den Münchner Verkehrsverbund.

Arm

Helfen kann ich Majd nur mit meinem Wissen, mit Rat und Tat.

Muss es wirklich auf Dauer am Geld scheitern? Ich selbst habe nur wenig und muss sehen, wie ich über die Runden komme.

Alles ziemlich kompliziert.

Muss ich mir jetzt einen Sponsor suchen? 😦

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Update 30.10.2015

Es gibt sehr liebe Follower! Danke schön

6 - Majd

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Sponsor

Facebook-Posting

Unten aufgeführt, meine Fragen, Antworten  …

Ehrenamt Facebook

Mein Facebook-Posting

https://twitter.com/Muschelschloss/status/659614241603903488

 Ehrenamt 1

https://twitter.com/devnull0000/status/659619999426945024

Mir wurde soeben folgende Information auf Twitter zugeschickt. Ein Flüchtling kann z.B. eine Betreuung (z.B. für Botengänge usw.) beantragen und eine Privatperson vorschlagen.

Info dazu: http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Sozialamt/Betreuungsstelle/betreuungsvereine.html

Ehrenamt 4

Link zum Posting auf Facebook

BAMF

https://twitter.com/Muschelschloss/status/659635677781446656

Bürokratie

Gesprächsverlauf auf Twitter lesen

Kontaktaufnahme:
Twitter-Account @Muschelschloss oder
Facebook (Muschelschloss – Gitta Wagner)

#Majd – Plan November 2015


Majd – Plan November 2015

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Erstmal muss der Umzug von Pfaffenhofen nach München über die Bühne gehen. Dazu musste ein Vorvertrag beim Jobcenter in Pfaffenhofen vorgelegt werden. Majd bekommt eine Bescheinigung. Diese Bescheinigung muss im Jobcenter München vorgelegt werden und die genehmigen den Umzug bzw. das Zimmer.

Vorher muss Majd noch einige Dinge in Pfaffenhofen abklären und Unterlagen beschaffen (Arztbericht, Unfallbericht wegen Unfall beim Fussballverein, Bescheinigung vom Jobcenter wegen Umzug nach München).

Neues Bankkonto braucht er in München.

Es muss für das Jobcenter München ein völlig neuer Antrag auf “Arbeitslosengeld II” gestellt werden – 20 (!!) Seiten müssen ausgefüllt werden – und das bei einem Flüchtling, der nichts hat.

Unglaublich diese Bürokratie! Genauso ist Deutschland überfordert. Das muss anders gestaltet werden. Es muss einfacher werden. Wie soll denn ein Flüchtling einen Antrag mit 20 Seiten ausfüllen? – Der, der noch nicht einmal richtig deutsch spricht.

Und das gibts auch noch:

Als ich letztens z.B. in der Telefonzentrale der Landeshauptstadt München angerufen habe und ich nach einer Durchwahl fragte, an die ich mich wenden kann, wenn man Fragen zu “Flüchtlinge” hat, bekam ich eine absolut pampige Antwort. Mein Gesprächsparnter fauchte mich an was ich denn überhaupt will und daß ich nciht die Betreuer von dem Flüchtling sei und mich das alles überhaupt nichts angeht. Warum werden Privatpersonen, die sich um diese jungen Menschen kümmern, nicht einfach unterstützt? Es wäre sehr viel einfacher. Und mehr Bürger würden sich engagieren.

Ich finde es beschämend, daß in unserem bürokratischen Apparat es scheinbar nicht gewollt und gewünscht ist, daß sich eine “normale Privatperson” einbringt und einem jungen Flüchtling, der alleine in Deutschland ist, hilft. Man kann nur mit dem Kopf schütteln.

Es ist nicht einfach, sich durchzuwuseln in dem Geflecht der Bürokratie.
Aber ich „beisse“ mich schon durch 😉

Es gibt viel zu tun. Packen wir es an. Wir schaffen das! 🙂

In diesem Sinne. Ich werde weiter berichten. Fortsetzung folgt.

Weitere Beiträge über Majd

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Ein paar Worte in eigener Sache

Ich habe diese Blogeinträge über Majd gemacht, damit ich ihm besser helfen kann mit allem. Ausserdem benötige ich immer wieder die Hilfe vom Netz, von meinen Followern auf Twitter und auf Facebook. Alleine könnte ich das gar nicht schaffen. Und andere, die sich ebenfalls um einen Flüchtling kümmern, können mitlesen, sich auch Tipps holen. Ich werde weiterhin hier im Blog über Majd berichten – über die Behördengänge, Schwierigkeiten mit Behörden, über Hürden, über Schönes und Wissenswertes. Und sicher werde ich auch wieder Hilferufe auf Twitter und Facebook starten. Danke schon jetzt für Eure Hilfe!

#Majd – Seine Ziele


Majd – Seine Ziele

lachen - gepixelt

Copyright @Muschelschloss

Der Junge weiß, was er will und was er nicht will. Ein junger Mann mit 20 Jahren. Das ist schon mal gut finde ich.

Er möchte in München bleiben.

Er möchte so schnell wie möglich deutsch lernen. Gut deutsch lernen! Er ist auf der Volkshochschule München angemeldet und bezahlt die Deutsch-Kurse selbst.

Majd will so schnell wie möglich weg vom Jobcenter. Und ich werde ihm dabei helfen. Er will kein Geld von Deutschen Steuerzahler.

Er möchte etwas erreichen und sein Studium, das er in Damaskus (Syrien) begonnen hat, in München abschliessen.

Dazu benötigt er unbedingt ein kostengünstiges Zimmer / Appartement in dem er auf Dauer bleiben kann – und das er auch bezahlen kann., wenn er weiter studiert.

Ich erkundige mich momentan für ihn, telefoniere, kläre ab und lese mich ein. Dann erkläre ich ihm was zu machen ist und wie er vorgehen kann. Wenn er dabei Hilfe braucht, dann helfe ich ihm.

Ich bin dabei für in ein Praktikum zu finden.

Meine Idee: Eventuell kann er in ein paar Monaten, während er seine Deutsch-Kurse absolviert, ein Praktikum machen. Dann vielleicht dort als Werkstudent arbeiten. Aber das wird noch ein bisschen dauern.

Erst der Deutsch-Kurs. Dann eine Bleibe auf Dauer. Und dann kommt alles andere 😉

Ausserdem möchte er sich gerne in die Flüchtlingshilfe einbringen, evtl. als Dolmetscher.

Wir werden gemeinsam herausfinden, wohin sein Weg gehen wird. Ich werde ihn “begleiten” auf seinem Weg.

Weitere Beiträge über Majd

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#Maid – Das Kennenlernen


Majd – Das Kennenlernen

gepixelt Bild2

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Majd schrieb mich vor ein paar Wochen auf Facebook an und fragte mich, ob ich ein Zimmer in München wüsste, ob ich ihm helfen kann. Gefunden hatte er mich über die Facebook-Gruppe “Hilfe für Flüchtlinge in München”. (Dort tummle ich mich und stelle immer wieder mal Beiträge zum Thema Flüchtlinge ein.).

Seitdem schreiben wir uns die Finger wund. Mir gefällt seine ruhige, angenehme Art. Majd ist 20 Jahre alt, in Damaskus (Syrien) aufgewachsen ..

Ich habe mir vorgenommen ihm zu helfen, mit meinem Wissen, mit meiner Lebenserfahrung. Und ich bin für ihn da, wenn er mich braucht. Mehr kann ich nicht bieten. Ich bin nicht reich, muss sehen, daß ich über die Runden komme. Aber ich habe viel Herz. Und das ist viel wichtiger. Ich habe den Jungen an die Hand genommen und werde ihn auf seinem Weg begleiten und unterstützen – solange ich kann und er es möchte.

Sein deutsch wird von Woche zu Woche besser. Ich spüre das, wenn wir schreiben. Er wird sicherer. Er ist immer freundlich und höflich. Und er ist sehr zuverlässig. Die Vertrauensbasis stimmt zwischen uns beiden – es passt!

Das Sprechen auf deutsch ist momentan noch ein kleines Problem. Die Hemmschwelle muss noch überwunden werden und das Selbstvertrauen steigen. Er kann nämlich ganz gut deutsch. Mein Bauchgefühl sagt mir, daß hier gerade eine Verbindung fürs Leben entsteht. 🙂

Schön auch, wenn er mir z.B. mitteilt, daß er momentan mit seiner Mutter in Saudi Arabien schreibt und er ihr von mir erzählt. Ich bitte ihn dann seiner Mutter liebe Grüße auszurichten, daß sie sich keine Sorgen machen muss, daß er gut aufgehoben ist in München und daß ich mich um ihn kümmere, sie sich keine Sorgen machen muss.

Majd zu Besuch bei mir am 20. Oktober 2015

Und natürlich wollten wir uns auch möglichst bald persönlich kennenlernen. Axel fuhr mit Majd mit dem Zug von Pfaffenhofen zu mir nach München. Axel, vormals Manager bei Leica, nun Rentner, kümmert sich als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer  rührend um 10 Jungs in dieser Sammelunterkunft. Alle Jungs sind im gleichen Alter. Er erzählte mir wie erbärmlich die Situation dort ist. Diese jungen Flüchtlinge sind hilflos ohne Deutsch-Kenntnisse. Gut, daß es ehrenamtliche Helfer gibt. Ohne sie ginge es nicht.  Er ist für die jungen Menschen da, hört zu, hilft den Jungs wo er kann. Geht mit zu Behörden. Eine tolle Arbeit, die er da leistet. Er und Majd sind Freunde geworden. Und Axel hält große Stücke auf Majd. Und umgekehrt ist es genauso. Und das glaube ich den beiden 🙂

Natürlich freute ich mich auf den Besuch der beiden und habe gekocht. Den Bub muss man doch an die Bayerische Küche heranführen. Er kennt sie ja nicht ^^. Also habe ich eine frische bayerische Ente gebraten. Dazu gabs Kartoffelknödel und Salat.
Der Tisch war gedeckt und ich war gespannt. Dann klingelte es und die beiden kamen die Treppe hoch. Majd wirkte etwas schüchtern. Verständlich.

Dann sah ich sein warmes Lächeln. Und ich sah an den Augen, daß er – vermutlich seit langem – das erste Mal wieder glücklich ist. Seine Augen strahlten und blitzten. Man sah es ihm förmlich an, wie sehr er sich freute, mich kennenzulernen. (Ich habe mich natürlich auch sehr gefreut!)

Die “Bayerische Ente mit Kartoffelknödel” schmeckte ihm und Axel. Und die Augen von Majd glänzten. Er war glücklich! Sehr.

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Und beim Abschied nahm mich Majd sogar in den Arm. Das Eis war gebrochen.  So muss es sein. Auch im realen Leben klappts also mit uns. Und das freut mich.
Es gibt viel zu besprechen, viel zu erklären, viel abzuklären – auch mit Behörden. Ich lese mich ein und frage mich durch und organisiere zusammen mit ihm.
Diese Woche steht der Umzug nach München an. Dann wird es etwas einfacher. Mir raucht momenten echt der Kopf.  Aber ich beisse mich da schon durch. Wenn nicht ich, wer sonst 😉
Wir schaffen das!
Alles! 🙂

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