#Maid – Das Kennenlernen


Majd – Das Kennenlernen

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Copyright @Muschelschloss

Majd schrieb mich vor ein paar Wochen auf Facebook an und fragte mich, ob ich ein Zimmer in München wüsste, ob ich ihm helfen kann. Gefunden hatte er mich über die Facebook-Gruppe “Hilfe für Flüchtlinge in München”. (Dort tummle ich mich und stelle immer wieder mal Beiträge zum Thema Flüchtlinge ein.).

Seitdem schreiben wir uns die Finger wund. Mir gefällt seine ruhige, angenehme Art. Majd ist 20 Jahre alt, in Damaskus (Syrien) aufgewachsen ..

Ich habe mir vorgenommen ihm zu helfen, mit meinem Wissen, mit meiner Lebenserfahrung. Und ich bin für ihn da, wenn er mich braucht. Mehr kann ich nicht bieten. Ich bin nicht reich, muss sehen, daß ich über die Runden komme. Aber ich habe viel Herz. Und das ist viel wichtiger. Ich habe den Jungen an die Hand genommen und werde ihn auf seinem Weg begleiten und unterstützen – solange ich kann und er es möchte.

Sein deutsch wird von Woche zu Woche besser. Ich spüre das, wenn wir schreiben. Er wird sicherer. Er ist immer freundlich und höflich. Und er ist sehr zuverlässig. Die Vertrauensbasis stimmt zwischen uns beiden – es passt!

Das Sprechen auf deutsch ist momentan noch ein kleines Problem. Die Hemmschwelle muss noch überwunden werden und das Selbstvertrauen steigen. Er kann nämlich ganz gut deutsch. Mein Bauchgefühl sagt mir, daß hier gerade eine Verbindung fürs Leben entsteht. 🙂

Schön auch, wenn er mir z.B. mitteilt, daß er momentan mit seiner Mutter in Saudi Arabien schreibt und er ihr von mir erzählt. Ich bitte ihn dann seiner Mutter liebe Grüße auszurichten, daß sie sich keine Sorgen machen muss, daß er gut aufgehoben ist in München und daß ich mich um ihn kümmere, sie sich keine Sorgen machen muss.

Majd zu Besuch bei mir am 20. Oktober 2015

Und natürlich wollten wir uns auch möglichst bald persönlich kennenlernen. Axel fuhr mit Majd mit dem Zug von Pfaffenhofen zu mir nach München. Axel, vormals Manager bei Leica, nun Rentner, kümmert sich als ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer  rührend um 10 Jungs in dieser Sammelunterkunft. Alle Jungs sind im gleichen Alter. Er erzählte mir wie erbärmlich die Situation dort ist. Diese jungen Flüchtlinge sind hilflos ohne Deutsch-Kenntnisse. Gut, daß es ehrenamtliche Helfer gibt. Ohne sie ginge es nicht.  Er ist für die jungen Menschen da, hört zu, hilft den Jungs wo er kann. Geht mit zu Behörden. Eine tolle Arbeit, die er da leistet. Er und Majd sind Freunde geworden. Und Axel hält große Stücke auf Majd. Und umgekehrt ist es genauso. Und das glaube ich den beiden 🙂

Natürlich freute ich mich auf den Besuch der beiden und habe gekocht. Den Bub muss man doch an die Bayerische Küche heranführen. Er kennt sie ja nicht ^^. Also habe ich eine frische bayerische Ente gebraten. Dazu gabs Kartoffelknödel und Salat.
Der Tisch war gedeckt und ich war gespannt. Dann klingelte es und die beiden kamen die Treppe hoch. Majd wirkte etwas schüchtern. Verständlich.

Dann sah ich sein warmes Lächeln. Und ich sah an den Augen, daß er – vermutlich seit langem – das erste Mal wieder glücklich ist. Seine Augen strahlten und blitzten. Man sah es ihm förmlich an, wie sehr er sich freute, mich kennenzulernen. (Ich habe mich natürlich auch sehr gefreut!)

Die “Bayerische Ente mit Kartoffelknödel” schmeckte ihm und Axel. Und die Augen von Majd glänzten. Er war glücklich! Sehr.

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lachen - gepixeltCopyright @Muschelschloss

Und beim Abschied nahm mich Majd sogar in den Arm. Das Eis war gebrochen.  So muss es sein. Auch im realen Leben klappts also mit uns. Und das freut mich.
Es gibt viel zu besprechen, viel zu erklären, viel abzuklären – auch mit Behörden. Ich lese mich ein und frage mich durch und organisiere zusammen mit ihm.
Diese Woche steht der Umzug nach München an. Dann wird es etwas einfacher. Mir raucht momenten echt der Kopf.  Aber ich beisse mich da schon durch. Wenn nicht ich, wer sonst 😉
Wir schaffen das!
Alles! 🙂

Kontaktaufnahme:
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