#Majd – Die Flucht von Syrien nach Deutschland


#Majd – Die Flucht von Syrien nach Deutschland

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Die Flucht nach Deutschland

Das Haus seiner Eltern in Damaskus wurde von der syrischen Armee beschlagnahmt. Die Familie ist daraufhin nach Saudi Arabien geflüchtet. Majd hat einen Bruder, der bei den Eltern in Saudi Arabien lebt und sich um sie kümmert. Die beiden Schwestern und der andere Bruder sind verheiratet. Sie leben ebenfalls in Saudi Arabien.

Im September 2014 begann die Flucht von Majd aus Saudi Arabien. In Saudi Arabien ist die Famlie nicht anerkannt, sie sind geduldet, haben keine Arbeitserlaubnis und für das monatliche Visum müssen 50 Euro pro Person und Monat berappt werden. In Saudi Arabien gibt es immer noch die Todesstrafe, es wird ausgepeitscht, es gibt Folter.

Majd ist auf seiner Flucht alleine unterwegs gewesen. Er ist von Saudi Arabien in die Türkei geflogen. Auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland wurde aufgegriffen und zurück in die Türkei geschickt. Viele Stunden ist er über Berge gelaufen, hat in Wäldern geschlafen. Er versuchte es mehrmals, auch über Bulgarien. Bis Bulgarien hat er es nicht geschafft, wurde verhaftet und wieder in die Türkei zurückgebracht. Die türkische Sprache hat er nicht verstanden, gekannt hatte er auch niemand in der Türkei.

Dann fand er eine kleine Gruppe Syrer. Er war verzweifelt und ausgemergelt. Und nach Saudi Arabien konnte er nicht zurück. Also flog er nach Algerien. Von dort ging es nach Libyen. Dort wohnte er mit 60 Menschen in einem Haus. Für ihn war klar, daß er seine Flucht nur schaffen konnte, wenn er sich in ein Boot setzt und damit versucht nach übers Mittelmeer zu kommen. Nach 1 Monat im Haus mit 60 Menschen entschied er sich für diese sehr gefährliche Reise. Das war im November 2014. Es war kalt. Das Meer war kalt. Majd ist ein guter Schwimmer. Das gab ihm ein wenig Sicherheit. Heute meint er dazu: “Wäre das Boot untergegangen, wohin hätte ich schwimmen sollen im Meer? Welche Richtung?”

Am 16.11.2014 war es soweit. Mit 280 anderen Menschen ging es los. In einem 14-Meter-Boot übers Mittelmeer. In der Hoffnung, aufgegriffen zu werden und Italien zu erreichen – irgendwie. Es blieb nur diese Chance. Die Reise ist extrem gefährlich wie jeder weiß. Majd erzählte mir, daß viele Kinder im Boot waren, auch sehr kleine Kinder mit ihren Müttern. Für alle war klar: Entweder wir schaffen es oder wir werden alle ertrinken. 14 Stunden dauerte die Fahrt mit dem Boot. Majd hat 14 Stunden gebetet. Den 16.11.2014 kann er bis heute nicht vergessen – die Fahrt auf dem Meer, die vielen kleinen Kinder, das kalte Meer. Nach 14 Stunden wurden sie endlich von der italienischen Marine aufgegriffen und gerettet. Es dauerte noch 2 Tage bis sie in Lampedusa (Sizilien) ankamen. 5 Tage blieb er in Lampedusa.

Dann gings weiter nach Mailand. Und schliesslich mit dem Zug nach Deutschland. Deutschland erreichte er im Dezember 2014.

Er wurde in einem Flüchtlingslager in Pfaffenhofen aufgenommen. Er stellte einen Asylantrag und wurde im März 2015 als Flüchtling anerkannt. Er hat nun einen sogenannten “Blauen Deutschen Pass” und einen “Aufenthaltsstatus” (für 3 Jahre). Danach muss eine Verlängerung des Aufenhaltstatus bei der Ausländerbehörde beantragt werden.

Seit März 2015 lebte er in einer Sammelunterkunft mit 10 anderen jungen Flüchtlingen. Eine 3-Zimmer-Wohnung, 3 bis 4 junge Männer in einem Zimmer.

Weitere Beiträge über Majd

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